Das Internet hat die Musik- und Medienindustrie komplett auf den Kopf gestellt und wird die Art und Weise, wie wir Musik konsumieren, in naher Zukunft weiter revolutionieren. Smartphones und ihre Applikationen weisen den Weg zu mobilen Endgeräten mit einer heute noch kaum absehbaren Funktionsvielfalt. Sie werden uns zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort Zugang zu allen Informationen und Inhalten ermöglichen, werden Radio- und Fernsehempfänger, Standcomputer oder iPod nach und nach aus unserem Alltag verschwinden lassen.
Wir lauschen dann im Badezimmer den Sambarhythmen eines brasilianischen Internet-Spartenradios, spielen eine automatisch generierte Auswahl unserer Lieblingsstücke beim Wandern oder Skifahren. Oder wir nehmen während einer Bahnfahrt via Livestream an einem Konzert der Berliner Philharmoniker teil. Und das womöglich gemeinsam mit anderen Klassik-Fans, die sich durch entsprechende "Apps" unter den Zugpassagieren orten lassen.
Wir stehen vor zwei Alternativen: Entweder setzt sich die offene Netzgesellschaft durch, in der Anbieter ihre Geschäftsmodelle auf den uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen hin ausrichten (wie es derzeit Google macht). Oder die Unternehmen (wie gegenwärtig Apple) erwirtschaften ihre Umsätze durch kostenpflichtige Inhalte und Services, die sie in geschlossenen Systemen absichern und so und eine segmentierte, von (über)mächtigen Konsortien und Konzernen kontrollierte Netzgesellschaft erzeugen.
Im Vergleich zu dieser grenzenlosen Verfügbarkeit stellt sich der Besitz von Musik - das Sammeln von CD's, Schallplatten oder Downloads auf Festplatte und MP3-Player, wie wir es heute kennen, vielleicht schon bald als zu unbequem für den digitalen Lebensstil heraus. Das 3sat Zukunftsmagazin "über:morgen" fragt nach den Folgen dieser Entwicklung für die Plattenindustrie, für den Vertrieb und schließlich für den Künstler selbst. Stirbt die Musikindustrie endgültig aus? Wie verdient ein Sänger in Zukunft sein Geld, wenn die CD ausgestorben- bzw. nur noch ein Sammlerstück geworden ist
Damit stellt sich auch die Frage nach dem zukünftigen Wert von Musik, dem Wert von geistigem Eigentum insgesamt. Wie sich unsere Einstellung diesbezüglich entwickeln wird, hängt von gesellschaftspolitischen Entscheidungen ab.
Die Dokumentation "Musik liegt in der Luft" beschäftigt sich mit der Zukunft der Musik im Zeitalter von Web 2.0. Wir gehen der Frage nach, welche Auswirkungen das neue Leitmedium Internet auf das musikalische Leben, Denken und Handeln von Konsumenten, Künstlern und Kreativindustrie haben wird. Sollten die Tonträger tatsächlich aussterben, was passiert dann mit der Musikindustrie? Im großen musikalischen Überangebot wird sich in Zukunft vor allem Qualität und Ungewöhnliches durchsetzen.
Musik liegt in der Luft. Werden wir sie nur noch aus digitalen Wolken - aus dem Internet beziehen?
Das 3sat-Zukunftsmagazin "über:morgen" fragt nach den Folgen dieser Entwicklung
für die Plattenindustrie, für den Vertrieb und schließlich für den Künstler
selbst. Stirbt die Musikindustrie endgültig aus? Wie verdient ein Sänger in
Zukunft sein Geld, wenn die CD ausgestorben beziehungsweise nur noch ein
Sammlerstück geworden ist?