Wenn Georg Hampel mit seiner vierköpfigen Band seinen ureigenen Blues anstimmt, von "offene Knia" und anderen Verletzungen singt, dann sind der Mann und seine Musik eins. Doch bis er zu sich und seiner Musik finden konnte, musste der Sohn eines Eisenbahners sich zunächst gegen sein dominantes Elternhaus durchsetzen. Als er es geschafft zu haben glaubt, versagen ihm plötzlich beim Gitarre spielen die Finger.
"Ois war foisch. Ois wos i g'sogt hob, war foisch. De warn so gschert ..." textet Georg Hampel für eines seiner Blueslieder - auf Bayerisch, das in seinem Elternhaus verpönt war, damals in den 50er- und 60er-Jahren. "Schorsch" wuchs im Münchner Stadtteil Neuhausen auf. Sein Vater war ein überkorrekter Bahnbeamter, der mit der Stoppuhr festlegte, wie lange seine Kinder von der Schule nach Hause gehen durften.
Zu Hause wurde sein großes Interesse an Musik nicht gefördert, es war ständiger Anlass für Streit mit dem herrischen Vater. Doch unter dem Einfluss der Musik der "Rolling Stones" und der 68er-Revolte beginnt Schorsch, innerlich etwas Abstand zu gewinnen.
Seinen ersten Ausbildungsplatz verschafft der Vater ihm noch, gegen seinen Willen, bei der Bahn, obwohl Schorsch davon träumt, Musiker zu werden. Erst über den Umweg einer frühen Ehe kann er sich von seinem Elternhaus befreien.
Aber die Ehe scheitert bald. Als ihm eines Tages plötzlich die Finger beim Gitarre spielen den Dienst versagen, muss er seinen Traum vom Musikerdasein aufgeben.
Er beginnt eine Ausbildung als psychologischer Berater. Anschließend macht er eine Zusatzausbildung in Transaktionsanalyse und berät unter anderem bei "Bravo" Jugendliche, die seine Hilfe als "Dr. Sommer" suchen. Erst als er anderen Menschen hilft, findet er auch zur Musik zurück. Mit großer Freude spielt er seit einigen Jahren und einigem Erfolg bayerischen Blues mit einer eigenen Band: "Schorsch und de Bagage".
Film von Angelika Stampfer